Elektronische Entschleunigung

Dubstep

22. Juli 2010

Dubstep als elektronischer Musikstil gibt es seit einigen Jahren, ursprünglich um 2001 in London aus 2Step und Garage entstanden, hat er sich weiterentwickelt und im Laufe der Zeit Einflüsse aus verschiedensten Stilrichtungen aufgenommen. Persönlich aufmerksam wurde ich um 2006, als die unerträglichen House-Elemente verschwanden und die Reise mehr in Richtung Dub ging.

Trotz einer Geschwindigkeit zwischen 140 und 145 BPM wirkt es eher langsam, da ähnlich wie bei Dub und Reggae meist nur der der erste und dritte Vierteltakt perkussiv betont sind. Dazu gesellt sich der markante „Wobble-Bass”, ein durch LFO-Modulation entstandenes tieffrequentes Bass-Gerüst. Bei „Reggae-Dubstep” ist der zweite und vierte Vierteltakt meist mit Riffs besetzt, was in Kombination mit Delay, Reverb und Rastafari-Riddims dem Ganzen ein Jamaika-Feeling verpasst.

Betrachtet man das aktuelle Spektrum, dann fällt auf, dass viele Sachen nur für die Tanzfläche produziert sind — überfrachtet mit Bässen, knallbunt, unruhig und, ganz ehrlich, ziemlich nervig. Nichts, was ich mir neben der Arbeit oder zum Chillen antun würde. Einen guten, intelligenten Mix zu finden ist nicht wirklich leicht. Liquid Stangers Babylon Outcast Mix oder DopeLabs zählen zu den wenigen mir bekannten Ausnahmen.

Dubstep hat definitiv mehr Potential als nur reine Partymusik. Ein gelungenes Beispiel ist Dj Zhaos Mashup FUSION ONE – Weltmusik verschmilzt mit Dubstep zu einer hörenswerten Synthese. Aber nicht nur Traditionelles aus Asien und Afrika lässt sich neben Reggae gut kombinieren, theoretisch kommt vieles infrage – Klassik, Jazz, Rock bis hin zu Videospiel-Soundtracks. Die Zeit wird zeigen, ob man in zehn Jahren noch von „Dubstep” spricht oder das Ganze unter einem anderen Namen „massentauglich” geworden ist.

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